Heute schon mit Eulenblick am Sitspot gewesen?

Naturverbindung fördert die Entfaltung unserer Kreativität.

Julia Cameron, die große Kreativitäts-Pionierin der 1970er/80er Jahre hat gesagt:
„Kreativität ist unser natürlicher Zustand, es geht nur darum, Blockierungen zu beseitigen.“

Inzwischen belegt die moderne neurobiologische Forschung: Unser Gehirn verändert sich ständig und solange es lebt, um Veränderungen in der Umwelt zu bewältigen. Dabei werden neuronale Verbindungen neu gestaltet – also substanzielle Veränderungen der „Hardware“ unseres Gehirns vorgenommen. Dies ist die biologische Grundlage unserer Kreativität und bildet zusammen mit der Fähigkeit zur Automatisierung von Gelerntem die Grundfunktionen unseres Gehirns, die jedem Menschen von Geburt an zur Verfügung stehen.

Wenn unsere Kreativität eine natürliche Funktion ist, liegt es nahe, sie im Naturkontakt zu stärken.

Sie haben vielleicht schon erlebt, wie sich ein Spaziergang im Wald positiv auf Ihre geistige Verfassung ausgewirkt hat. Von vielen Künstlern und Erfindern ist bekannt, dass Sie sich auf der Suche nach Ideen oder Inspiration in die Natur begeben haben. Was dort zu finden ist, bildet die gesamte Palette an Formen, Strategien und Wirkungen, die beim menschlichen Denken unter dem Begriff Kreativität zusammengefasst werden:

Grundlegend ist die systemische Kreativität der Evolution, bei der in unendlicher Großzügigkeit Variationen durch Mutationen hevorgebracht werden, von denen nur ein winziger Anteil vielleicht irgendwann als Anpassungs-Lösungen eingesetzt werden. Auch finden wir individuelle Problemlösungsintelligenz etwa bei urbanen Krähen, die ihre Nester mit Drahtbügeln verstärken, um sie gegen die Vernichtungsgewalt der Stadtreinigung zu schützen. Und sogar die scheinbar zweckfreie, rein künstlerische Kreativität hat in der Natur ihren Platz: So hat Konad Lorenz beobachtet, dass Amseln ihre schönsten und kompliziertest gebauten Melodien dann singen, wenn damit keine Absichten, wie Balz oder Revierverteidigung, verknüpft sind.

Aus der Wildnispädagogik habe ich den Begriff „Naturverbindung“ entliehen. Mit unterschiedlichen Methoden wird dort darauf abgezielt, Ressourcen wieder zu erlangen, die dem Menschen auf dem Weg vom Naturvolk zur urban-technischen Zivilisationsgesellschaft abhanden gekommen sind. Im Zusammenhang mit Kreativität ist es beispielsweise die Fähigkeit, begrenzende Alltagsgedanken im Kontakt mit einem größeren umfassenden Feld „aufzulösen“ und intuitiv aus dessen Vielfalt und Weisheit zu schöpfen. Dieses „größere Feld“ kann das Universum, die Natur oder eine menschliche Gemeinschaft sein. In dem Maß, wie wir uns darin „gut aufgehoben“ fühlen, können wir uns erlauben, Kontrollfunktionen aufzugeben zugunsten einer größeren „Empfangsbereitschaft“ für Inspirationen und Ideen.

In meinen Outdoor-Kreativitätstrainigs biete ich den Teilnehmern Gelegenheiten, mit dem Erlebnis „Naturverbindung“ zu experimentieren und dabei neue Ressourcen für ihre Kreativität aufzuspüren. Ich vermittle altes und neues Wissen, um den Begriff Kreativtät greifbarer zu machen. In bezaubernden Landschaften schlüpfen wir in die Rolle eines Naturvolks und feiern ein „Fest der Kreativität“ … nicht volkloristisch oder rückwärtsgewand, sondern naiv und lustvoll, so wie Kinder es spielen würden. Die Erfahrung von Gemeinsschaft spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle, wie die Erforschung der individuellen kreativen Natur.
Outdoor-Kreativitätsseminar: DAS FEST